Dieses Lehrbuch führt wie in der ersten Auflage in das Programmieren mit LabVIEW ein. Damals mussten wir noch erklären, dass sich LabVIEW für messtechnische Anwendungen eignet und in der Industrie mehr und mehr geschätzt wird. Heute ist das allgemein bekannt, auch, dass es sich bei dieser von der Firma National Instruments entwickelten Software­ um ein Werkzeug handelt, das sich weit über die Messtechnik hinaus vorteilhaft anwenden lässt.

Um einen guten Lernerfolg zu erzielen, sollte der Leser möglichst viele Beispiele und Übungen am PC durcharbeiten. Alle Beispielprogramme wurden für die LabVIEW-Version 2014 geschrieben. Wir setzen also voraus, dass der Leser die Version 2014 von LabVIEW installiert hat. Frühere Versionen wie LabVIEW 2009 oder LabVIEW 8.0 sind im Kern recht ähnlich. Programme, die mit diesen Versionen erstellt werden, laufen auch unter der Version 2014. Doch trifft das Umgekehrte naturgemäß nicht zu, weil jede neue Version auch neue Möglichkeiten bietet. Weiter wird vorausgesetzt, dass der PC unter einem der Betriebs­systeme Windows 7 oder Linux arbeitet.

Das Buch wendet sich an Studenten, aber auch an Ingenieure, die unter dem Stichwort
"Lebenslanges Lernen" versuchen, neueren Trends in der Industrie zu folgen.

Das Lehrbuch gliedert sich in vier Teile:

  • Teil I: Grundlagen des Programmierens in LabVIEW
  • Teil II: Technische Anwendungen
  • Teil III: Kommunikation
  • Teil IV: Fortgeschrittene Techniken
  • In Teil I werden Installation und Aufruf von LabVIEW, grundlegende Arbeitsmittel wie (Front-)Panel, Diagramm, Paletten für Eingabe/Ausgabe, Funktionen und Werkzeuge behandelt, ferner Konzepte von LabVIEW, Datentypen, Grundlagen der Programmierung und Visualisierungstechniken.

    Teil II befasst sich mit Anwendungen wie Fouriertransformation, Filterung, Lösen von Differenzialgleichungen und Differenzialgleichungssystemen in der Technik.

    Teil III geht auf die Kommunikation ein. Hier sind zwei Aspekte von Bedeutung:

  • Externe Kommunikation mit anderen Geräten und Rechnern, z.B. über USB, Datenerfassungskarten, TCP/IP (Internetanbindung),
  • Kommunikation mit anderen Softwarepaketen, z.B. mit der Erstellung und Anbindung selbst geschriebener C-Module.
  • Teil IV befasst sich mit Zustandsautomaten, mit der objektorientierten Programmierung (OOP), mit Tabellenkalkulation (Excel) und Datenbankanwendungen (Access), mit dem Datenaustausch über Intra- und Internet, mit dem Compact RIO-System von National
    Instruments samt FPGA-Programmierung und Verwendung von XControls und XNodes.

    Neu hinzugekommen sind in der sechsten Auflage Kapitel 23 und 24, in denen wir Scripting und das bisher recht unzugängliche Konstrukt der XNodes behandeln.

    Weitgehend neu haben wir den Abschnitt 20 gestaltet. Kapitel 20.5 wurde ins Internet (http://www.geho-labview.de) gestellt und ersetzt durch das seit LabVIEW 2013 neu eingeführte Konzept des Webdienstes.

    Mehr als in der fünften Auflage haben wir verschiedene Kapitel ergänzt mit dem Ziel, dem Leser an Hand von Beispielen 'guten Programmierstil' zu vermitteln.

    Das Lehrbuch ist trotz seines dadurch stark gewachsenen Umfangs immer noch knapp gehalten. Es kann also nur eine Einführung sein, die allerdings versucht, die wichtigsten Aspekte von LabVIEW zu berücksichtigen. Bei einem so umfangreichen Softwaresystem
    wie LabVIEW sind jedoch Lücken unvermeidlich. Hier verweisen wir auf weiterführende Literatur, auf die Veröffentlichungen von National Instruments, auf User Groups und auf das Internet ganz allgemein. Diese Hinweise werden wir in den verschiedenen Kapiteln des Lehrbuchs noch vertiefen.

    Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns geholfen haben:

    Besonders bei Herrn Thakur Adhikari, der sich in seiner Masterthese mit XNodes befasst und damit regelungstechnische Anwendungen entwickelt hat. Ohne seine gründlichen
    Recherchen zu den in der Literatur nur unzulänglich dokumentierten XNodes wäre es nicht möglich gewesen, Kapitel 24 noch in dieser Auflage herauszugeben.

    Schließlich danken wir allen Lesern, die mit ihren Fragen Verständnisprobleme deutlich gemacht und uns damit zur Verbesserung mancher Erklärung angeregt haben. Wir sind auch weiterhin für Anregungen und Kritik dankbar. Diese können Sie uns jetzt auch direkt über die Internetseite http://www.geho-labview.de übermitteln.

    Dem Fachbuchverlag Leipzig, und hier besonders Frau Werner, Frau Jacob und Frau Kaufmann, danken wir für die gründliche Korrektur und ihre Ratschläge zur Gestaltung des Layouts.

     

              

    Weingarten, Juni 15   W. Georgi
    Wolfegg   P. Hohl