Vorwort

In der Industrie ist in letzter Zeit immer häufiger das Stichwort 'LabVIEW' zu hören, wenn es um die Erstellung von Programmen für messtechnische Anwendungen geht. Große und kleine Unternehmen bedienen sich dieses von der Firma National Instruments entwickelten Softwaresystems. Obwohl es Eingeweihten schon seit mehr als 10 Jahren bekannt ist, haben deutsche Hochschulen erst vor kurzem begonnen, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Das liegt sicher auch daran, dass es zwar eine Reihe englischer Titel, aber kaum deutschsprachige Lehrbücher gibt. Wegen der steigenden Verbreitung von LabVIEW sollte sich das ändern.

Deshalb führt dieses Lehrbuch in das Programmieren mit LabVIEW ein. Wir setzen dabei voraus, dass der Leser die Beispiele und Übungen am PC durcharbeitet. Dort sollte die Version 8.0 oder 7.1 von LabVIEW installiert sein. Frühere Versionen wie 7.0 oder 6.1 sind im Kern recht ähnlich. Programme, die mit diesen Versionen erstellt werden, laufen auch unter der Version 7.1. Doch trifft das Umgekehrte naturgemäß nicht zu, weil jede neue Version auch neue Möglichkeiten bietet. Weiter wird vorausgesetzt, dass der PC unter einem der Betriebssysteme Windows 2000, Windows XP oder Linux arbeitet.

Das Buch wendet sich an Studenten, aber auch an Ingenieure, die unter dem Stichwort des lebenslangen Lernens versuchen wollen, den neuesten Trends in der Industrie Rechnung zu tragen.

Das Lehrbuch gliedert sich in drei Teile:

Teil I: Grundlagen des Programmierens in LabVIEW
Teil II: Technische Anwendungen
Teil III: Kommunikation

In Teil I werden Installation und Aufruf von LabVIEW, grundlegende Arbeitsmittel wie (Front-)Panel, Diagramm, Paletten für Eingabe/Ausgabe, Funktionen und Werkzeuge behandelt, ferner Konzepte von LabVIEW, Datentypen, Grundlagen der Programmierung und Visualisierungstechniken.

Teil II befasst sich mit Anwendungen wie Fouriertransformation, Filterung, Lösen von Differenzialgleichungen und Differenzialgleichungssystemen in der Technik.

Teil III schließlich geht auf die immer wichtiger werdende Kommunikation ein. Hier sind zwei Aspekte von Bedeutung:

1. Externe Kommunikation mit anderen Geräten und Rechnern, z.B. über USB, Datenerfassungskarten, TCP/IP (Internetanbindung),
2. Kommunikation mit anderen Softwarepaketen, z.B. mit der Erstellung und Anbindung selbst geschriebener C-Module.

Das Lehrbuch ist knapp gehalten. Es kann also nur eine Einführung sein, die allerdings versucht, die wichtigsten Aspekte von LabVIEW zu berücksichtigen. Bei einem so umfangreichen Softwarepaket wie LabVIEW sind jedoch Lücken unvermeidlich. Hier verweisen wir auf die weiterführende Literatur, auf die Veröffentlichungen von National Instruments, auf User Groups und auf das Internet ganz allgemein. Diese Hinweise werden wir in den verschiedenen Kapiteln des Lehrbuchs noch vertiefen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei denen, die uns geholfen haben: Dipl.-Ing. Heim für die Beratung in Schnittstellenfragen, bei Prof. Dr. Wöllhaf für Mitarbeit (MATLAB®-Diagramm) und Durchsicht der Kapitel 10 bis 13. Ganz besonderer Dank geht an Frau Dipl.-Ing. Bosl für die sorgfältige Durchsicht von Texten und Bildern und eine Fülle von guten Ratschlägen im Sinne einer besseren Verständlichkeit.

Weingarten, November 2005 W. Georgi
Baienfurt E. Metin
Vorwort zur 2. Auflage

Die erste Auflage der „Einführung in LabVIEW“ wurde überraschend gut aufgenommen, so dass schon nach wenigen Monaten eine neue Auflage erforderlich wurde.

Die Änderungen beschränken sich deshalb im Wesentlichen auf die Beseitigung von Druckfehlern. Darüber hinaus wurden einige Formulierungen zu den Referenzen präziser gefasst.

Hinweise der Leser sind uns jederzeit willkommen.

Weingarten, Sommer 2006 W. Georgi
Baienfurt E. Metin