Dieses Lehrbuch führt wie in der ersten Auflage in das Programmieren mit LabVIEW ein. Damals mussten wir noch erklären, dass sich LabVIEW für messtechnische Anwendungen eignet und in der Industrie mehr und mehr geschätzt wird. Heute ist das allgemein bekannt, auch, dass es sich bei diesem von der Firma National Instruments entwickelten Softwaresystem um ein Werkzeug handelt, das sich weit über die Messtechnik hinaus vorteilhaft anwenden lässt.

Um einen guten Lernerfolg zu erzielen, sollte der Leser möglichst viele Beispiele und Übungen am PC durcharbeiten. Alle Beispielprogramme wurden für die LabVIEW-Version 2010 geschrieben. Wir setzen also voraus, dass der Leser die Version 2010 von LabVIEW installiert hat. Frühere Versionen wie LabVIEW 2009 oder LabVIEW 8.0 sind im Kern recht ähnlich. Programme, die mit diesen Versionen erstellt werden, laufen auch unter der Version 2010. Doch trifft das Umgekehrte naturgemäß nicht zu, weil jede neue Version auch neue Möglichkeiten bietet. Weiter wird vorausgesetzt, dass der PC unter einem der Betriebssysteme Windows XP, Windows 7 oder Linux arbeitet.

Das Buch wendet sich an Studenten, aber auch an Ingenieure, die unter dem Stichwort "Lebenslanges Lernen" versuchen, neueren Trends in der Industrie Rechnung zu folgen.

Das Lehrbuch gliedert sich in vier Teile:

Teil I: Grundlagen des Programmierens in LabVIEW
Teil II: Technische Anwendungen
Teil III: Kommunikation
Teil IV: Fortgeschrittene Techniken

In Teil I werden Installation und Aufruf von LabVIEW, grundlegende Arbeitsmittel wie (Front-)Panel, Diagramm, Paletten für Eingabe/Ausgabe, Funktionen und Werkzeuge behandelt, ferner Konzepte von LabVIEW, Datentypen, Grundlagen der Programmierung und Visualisierungstechniken.

Teil II befasst sich mit Anwendungen wie Fouriertransformation, Filterung, Lösen von Differenzialgleichungen und Differenzialgleichungssystemen in der Technik.

Teil III geht auf die Kommunikation ein. Hier sind zwei Aspekte von Bedeutung:

1. Externe Kommunikation mit anderen Geräten und Rechnern, z.B. über USB, Datenerfassungskarten, TCP/IP (Internetanbindung),
2. Kommunikation mit anderen Softwarepaketen, z.B. mit der Erstellung und Anbindung selbst geschriebener C-Module.

Teil IV befasst sich mit Zustandsautomaten, mit der Objektorientierten Programmierung (OOP), mit Tabellenkalkulation (Excel) und Datenbankanwendungen (Acces), mit dem Datenaustausch über Intra- und Internet, mit dem Compact RIO-System von National Instruments samt FPGA-Programmierung und der Verwendung von XControls.

Neu hinzugekommen ist in der fünften Auflage Kapitel 22, in dem wir das neuartige Konstrukt der XControls behandeln.

Weitgehend neu haben wir die Abschnitte über den CAN-Bus (Kapitel 15), Professionelle Programmentwicklung (Kapitel 17), Excel (Kapitel 19) und FPGA-Programmierung (Kapitel 21) gestaltet.

Viele Kapitel wurden ergänzt, z.B. Kapitel 7 um Fehlerfunktionen, Kapitel 9 um die Einbindung von Funktionen, die mit C# oder C++ (Microsoft Visual Studio 2008) oder MathScript erstellt wurden, Kapitel 14 um das Konzept der 'Funktionalen Globalen Variablen'. Außerdem wurde durchgehend versucht, dem Leser an Hand von Beispielen 'guten Programmierstil' zu vermitteln.

Das Lehrbuch ist trotz seines dadurch stark gewachsenen Umfangs immer noch knapp gehalten. Es kann also nur eine Einführung sein, die allerdings versucht, die wichtigsten Aspekte von LabVIEW zu berücksichtigen. Bei einem so umfangreichen Softwaresystem wie LabVIEW sind jedoch Lücken unvermeidlich. Hier verweisen wir auf weiterführende Literatur, auf die Veröffentlichungen von National Instruments, auf User Groups und auf das Internet ganz allgemein. Diese Hinweise werden wir in den verschiedenen Kapiteln des Lehrbuchs noch vertiefen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die uns geholfen haben:

Bei Herrn Dipl.-Ing. Jakob Brunner, der uns auf die in der vierten Auflage noch fehlende Anbindung von C#- und C++ - Programmen hingewiesen und gute Ratschläge zur Realisierung in der fünften Auflage gegeben hat. Außerdem hat er eine der Aufgaben in Kapitel 9 beigesteuert.

Wir danken der Firma IXXAT und besonders Herrn Dipl.-Ing. Stobe für Unterstützung beim Verständnis der neuen IXXAT-Treibersoftware VCI V3 für den CAN-Bus.

Unser Dank geht an die Firma National Instruments für die Ausleihe von Hard- und Software zum CAN-Bus, aber auch für die Unterstützung bei der Abfassung von Kapitel 21, betreffend cRIO und FPGA.

Vielen Dank auch an die Firma ZILA Elektronik GmbH aus Zella Mehlis für ihre Unterstützung beim Einsatz der von ihr produzierten CAN-Sensoren.

Wir danken Herrn Dipl.-Ing. Udo Weik für viele gute Ratschläge, welche Themen in der Neuauflage nicht fehlen sollten.

Nicht vergessen werden soll Philipp Hohl, Student der Elektrotechnik und Informatik, der eine Arbeit über LabVIEW Scripting verfasst hat, die eigentlich in Kapitel 23 erscheinen sollte als Vorbereitung auf das Thema 'XNodes' in Kapitel 24. Da aber die Firma National Instruments XNodes nach wie vor nur für den internen Gebrauch nutzt, haben wir auf beide Kapitel verzichtet, hoffen aber auf die zukünftige Entwicklung.

Schließlich danken wir allen Lesern, die mit ihren Fragen Verständnisprobleme deutlich gemacht und uns damit zur Verbesserung mancher Erklärung angeregt haben.

Dem Fachbuchverlag Leipzig, und hier besonders Frau Werner und Frau Kaufmann, danken wir für die gründliche Korrektur und viele Ratschläge zur Gestaltung des Layouts.

Weingarten, Juli 2011 W. Georgi
Baienfurt E. Metin